Pendler aus Biesenthal müssen warten

Veröffentlicht am 11.05.2017 in Verkehr

Foto: © Stefan Schmiedel/ SPD Barnim

Biesenthal/ Barnim/ Potsdam. Umfangreiche Baumaßnahmen der Bahn AG und fehlende Fahrzeuge von Bombardier führen zu Verzögerungen und Ausfällen bei den RE-Linien zwischen Eberswalde und Berlin.

Die Biesenthaler Pendler sind sauer. Seit Anfang Februar diesen Jahres fallen ungewöhnlich viele Züge nach und von Berlin aus, verspäten sich oder sind verkürzt. Die SPD-Abgeordnete Britta Müller fragte in einer kleinen Anfrage nach den Gründen für die massiven Einschränkungen in diesem Streckenabschnitt. Auch die Landesregierung spricht in ihrer Antwort von einer „Ausnahmesituation“ auf den Linien RE 3 und RB 24. Vorwiegend zwei Gründe nennt das Ministerium für Infrastruktur: Umfangreiche Baumaßnahmen der Bahn AG und fehlende Fahrzeuge von Bombardier.
 
Zwischen Berlin-Blankenburg und Berlin-Karow wird ein zweites Fernbahngleis gebaut. Seit dem 9. Februar bis zum 1. April 2018 ist der komplette Zugverkehr auf dem Abschnitt gesperrt, betroffen ist auch die Regionallinie RE 3. Auf dem 3,1 km langen Teilstück wird an den Gleisen, Signalen und Brücken gearbeitet. Allein 13 Brücken werden zwischen Berlin-Buch und Bernau neu gebaut. Der RE 3 muss also eine Umleitung fahren und benötigt 25 Minuten mehr, der bisherige Takt und der Fahrplan musste angepasst werden. „Der Ausbau der Strecke ist wichtig und sorgt langfristig für eine schnellere Verbindung. Die Landesregierung hat mir in ihrer Antwort mitgeteilt, dass bisher in der Regel die Streckensperrungen am Wochenende stattfanden. Ich hoffe sehr, dass dies auch bei den zukünftigen Baumaßnahmen umsetzbar ist, damit die Pendler so wenig wie möglich an Einschränkungen haben.“ kommentiert Britta Müller die Antwort auf die kleine Anfrage.
 
Neben den Bauarbeiten seien fehlende und mangelhafte Fahrzeuge des Herstellers Bombardier ein Grund für die Verzögerungen, so die Erläuterung der Landesregierung. Bombardier Transportation hat die bestellten Doppelstocktriebzüge bislang nicht ausliefern können. Zwischen dem Hersteller und dem Eisenbahnbundesamt seien noch zulassungstechnische Fragen zu klären. Die neuen Züge fehlen und es gibt keine ausreichenden Fahrzeugkapazitäten, um die verlängerte Strecke des RE 3 zu bewältigen. Auf der Linie des RB 24 gibt es wiederum Mängel bei den Neufahrzeugen „Talent 2“ von Bombardier, so dass die Strecke mit verkürzten und vollen Zügen fahren muss.
 
„Insgesamt macht mich die Antwort der Landesregierung nicht glücklich, denn es wird weitere Einschränkungen für die Biesenthaler geben. Es ärgert mich aber besonders, dass diese teilweise an verspäteten Auslieferungen von Neufahrzeugen und den Mängeln bei Neufahrzeugen liegen. Das führt zu unnötigen Unannehmlichkeiten.“ so Britta Müller verärgert.
 
Die nächste Gelegenheit, sich zum öffentlichen Nahverkehr zu äußern und sich konstruktiv zu beteiligen wird es am 16. Juni in Angermünde geben. „Die Veranstaltung ist ein Regionaldialog zum Nahverkehrsplan für Nordostbrandenburg. Am Ende soll sich das Angebot für die Fahrgäste verbessern. Dazu sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich einzubringen.“ so die Landtagsabgeordnete für den Barnim weiter.
 
 
Erarbeitung des Landesnahverkehrsplans (LNVP)
Zeit:             Freitag, 16. Juni 2017 von 10:00 bis 14:00 Uhr
Ort:              Ratssaal Stadt Angermünde, Markt 24, 16278 Angermünde
 
Anmeldung bis 22. Mai 2017 unter lnvp.mil@mil.brandenburg.de

 
 

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