„Mülldeponie“ vor der Haustür?

Veröffentlicht am 16.05.2018 in Umwelt

Wie im Wandlitzer Ortsteil Lanke mit Polemik ein wichtiges Anliegen der Bürger/innen geschädigt wird

Nachdem sich die Situation zu den geplanten Windrädern im Liepnitzwald gerade zum Positiven gewendet hat, droht neue Aufregung für die Lanker Bürger/innen im Zusammenhang mit der Kiesgrube am Ortsrand.

Es geht um drei Themenfelder:

 

1. die bisher nicht erfolgte Aufforstung der ersten Grube, trotz Auflagen

2. die geplante Verfüllung der zweiten Grube

3. die beantragte Erweiterung um eine weitere Grube

 

Zu allen drei Punkten kann es nur zur Aufklärung kommen, indem die Vertreter der Genehmigungsbehörden, des Landes und des Landkreises mit den Vertretern der Gemeinde und des Ortsbeirates sowie der Bürger/inneren an einen Tisch gebracht werden. So auch am Montag vom Ausschuss Umwelt, Ordnung und Sicherheit festgelegt.

Voraussetzung ist zunächst eine Sachstanddarstellung der Wandlitzer Verwaltung. Hierbei sollte geklärt werden was bereits unternommen wurde, wie der Genehmigungsstand ist und was durch die Gemeinde und Bürger/innen noch unternommen werden kann.

Von einigen besorgten Bürgern aus Lanke wurde das Gerücht in Umlauf gebracht, dass neben dem genehmigten Erdaushub auch sonstiger Müll dort abgelagert werden soll. Die Rede ist von „Mülldeponie“, unkontrolliertem Einbringen von Schadstoffen, sogar von Schwermetallen.

Das schürt nur Ängste und hilft nicht bei der Aufklärung und bei der Durchsetzung der Interessen der Bürger/innen.

Nach unseren derzeitigen Informationen ist zur Verfüllung von folgendem Sachstand auszugehen:

Die Zuordnungswerte Z 1 stellen die Obergrenze für den offenen Einbau unter Berücksichtigung bestimmter Nutzungseinschränkungen dar. Maßgebend für die Zulässigkeit der Verwendung ist aus der Sicht des vorsorgenden Boden-und Gewässerschutzes die Einhaltung der Eluatkonzentrationen. Böden mit den Zuordnungswerten Z 1.1 und Z 1.2 sind nicht gefährlicher Abfall. Es bestehen für den Abfallerzeuger keine Nachweispflichten. Der Entsorger unterliegt allerdings den Registrierpflichten. Die Entscheidung zu den einzubringenden Materialien trifft in jedem Fall der Kreis und nicht der Kiesgrubenbesitzer.

Nach einem aufklärenden Artikel in der MOZ vom 20.02.2018 hat der Ortsbeirat Lanke am 01.03.2018 eine Onlinepetition gegen die Deponie gestartet. Dort heißt es wörtlich:

-Wir sind strikt dagegen, dass die Grube mit Bauschutt der Klasse 1 verfüllt wird. Keiner wird prüfen, ob es wirklich „NUR“ Bauschutt dieser Klasse ist ,außerdem befindet sich unmittelbar in der Nähe der Grube der Obersee. Da dieser tiefer liegt, liegt nahe, dass dort kontaminiertes Wasser einläuft etc.“ –

An dieser Stelle wird, ohne konkreten Anlass bezweifelt, das Recht und Gesetz eingehalten werden.

Was bleibt, ist die Angst der Lanker Bürger/innen vor der drohenden Zerstörung ihrer Umwelt. Hier wäre die Kommunalpolitik gefordert die Einwohner von Lanke wahrheitsgemäß und umfassend zu informieren, statt mit Schlagworten und Halbwahrheiten die Angst zu schüren

Wie örtliche Politik nicht gelebt werden sollte können wir Lanker täglich mit der „Ortsvorsteher-Treppe“ inmitten unseres Dorfes bewundern. (siehe auch Artikel in der MOZ vom 17.12.2014)

Ja: die Ängste der Bürger/innen müssen ernst genommen werden. Was nötig wäre, ist aber Aufklärung statt Polemik! Dabei wollen wir die Lanker Bürger/innen auch unterstützen.

 

Frank Wendland – Mitglied des Vorstandes Ortsverein Wandlitz, aus Lanke

Jörg-Peter Rosenfeld – Stellv. Vorsitzender des Ortsverein Wandlitz

 
 

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