Mindestlohn statt Höchstprofit

Veröffentlicht am 10.03.2006 in Bundespolitik
Mindestlohn statt Höchstprofit

„Wir haben keine Belege gefunden, dass Unternehmen durch die Mindestlöhne aus dem Markt gedrängt wurden. Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob Firmen vorher übermäßige Gewinne gemacht haben.“ So laut Handelsblatt der britische Ökonom Stephen Machin.

Arbeitgeber und wirtschaftsnahe Ökonomen in Deutschland predigen noch immer das Märchen vom Jobkiller Mindestlohn. Zur Sicherung der Gewinne nutzen sie die Verunsicherung der Menschen.

„Lieber einen schlecht bezahlten als gar keinen Job“, denken viele. Doch Erfahrungen in anderen Ländern zeigen: Der Mindestlohn ist kein Jobkiller. In Großbritannien ist die Arbeitslosigkeit seit Einführung des Mindestlohns sogar gesunken. Obwohl er mehrfach auf umgerechnet knapp acht Euro erhöht wurde.

Ein Mindestlohn von zunächst 7,50 Euro erhöht die Einkommen von Millionen Beschäftigten in Deutschland. Sie geben das zusätzliche Einkommen fast vollständig wieder aus. Das bedeutet mehr Nachfrage und schafft mindestens 70.000 neue Arbeitsplätze – so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Was ist wichtiger? Noch höhere Gewinne oder mehr Beschäftigung und Arbeit, von der man auch leben kann?

Quelle: ver.di

 
 

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