Ihre Mahnung, unsere Verpflichtung!

Veröffentlicht am 12.11.2018 in Stadtverband

Im Rahmen des heutigen Gedenktages zum 100-jährigen Ende des 1. Weltkriegs fanden sich viele Biesenthaler Bürgerinnen und Bürger zunächst zu einem Gedenkgottesdienst und anschließend zu einer feierlichen Kranzniederlegung am Gedenkstein im Stadtpark zusammen. Auch unser Ortsverein war durch unseren Ortsvereinsvorsitzenden David Kenzler und unseren Stadtverordneten Jörg Weprajetzky, der maßgeblich an der Umsetzung dieses Gedenkens beteiligt war, vertreten. Anlässlich dieses Gedenkens möchten auch wir mit folgenden Gedanken zum Nachdenken anregen:

Aufstand, Novemberrevolution, Abdanken des Kaisers, Frieden all dies bricht sich in den letzten Tagen des 1. Weltkrieges, der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, seine freie Bahn. Inmitten dieser massiven geschichtlichen Umwälzung befindet sich die SPD, deren kleinste Ableger die Ortsvereine, so wie der Ortsverein Biesenthal-Barnim, waren und sind. Unsere Partei spielte rühmliche und unrühmliche Rollen, wenn wir an den 1. Weltkrieg denken. Beginnend mit den unrühmlichen Rollen reicht es den Anfang eben dieser Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts zu betrachten, wo im nationalistischen Taumel auch durch unsere Partei entscheidende Kriegskredite bewilligt wurden und so der Krieg seinen Anfang nehmen konnte. Erst zum Ende des Krieges nahm die SPD wieder eine etwas rühmlichere Rolle ein, als durch das proklamieren einer demokratischen Republik durch Phillip Scheidemann zum ersten Mal auf deutschen Boden eben jene demokratischen Verhältnisse herbeigeführt werden konnten, die der Bevölkerung schon seit der fehlgeschlagenen Märzrevolution von 1848/49 verwehrt worden waren. Rühmlich war es die anbrechende Demokratie für alle Menschen in Deutschland zu realisieren, weg vom Drei-Klassen-Wahlrecht Preußens, weg von einer Monarchie, hin zu einer Selbstbestimmung des Volkes durch das Volk, durch Männer und Frauen aller Schichten und Klassen. Doch was hat dies mit dem 100-jährigen Gedenken an einen blutrünstigen Krieg zu tun? Als Katalysator für jene demokratischen Entwicklungen kann und muss uns dieser Krieg in mehrfacher Hinsicht eine Lehre sein: 1. Militaristische Diplomatie, Militarismus und Drohgebärden (wie sie momentan vor allem aus den USA zu vernehmen sind) führten schon damals zu einer Verkettung von Umständen, die eine ganze Generation an jungen Menschen zielsicher in den Tod geführt hat. In der vernetzten Welt von heute könnte solch eine Verkettung noch viel fataler sein! 2. Erst Krieg und Krisen haben den Menschen, die damals auf den Straßen Deutschlands protestierten, Dinge gebracht die für manchen heutzutage mehr als selbstverständlich sind. Allein die minimale Beteiligung an der letzten Landratswahl im Barnim zeigt das für viele der Gang zur Urne wohl mehr eine Last als ein erkämpftes und erstrittenes Privileg darstellt. 3. Direkt aus dieser Selbstverständlichkeit folgend gilt es den Gegnern dieser Demokratie entschieden entgegenzutreten. Egal auf welcher politischen Ebene wir uns befinden, eine Rückkehr zu nationalistischer und rückwärtsgewandter Rhetorik kann im Jahr 2018 nicht unser Anspruch sein! Wohin es führen kann, wenn man solchen populistischen Kräften die politische Entscheidungsgewalt überlässt sollte jedem von uns im Geschichtsunterricht vor Augen geführt worden sein. So sollten wir den zahlreichen Opfern dieses Krieges gedenken: als Mahnung vor Krieg, als Erinnerung finstere Zeiten in Deutschland, Europa und der Welt aber auch als Ermutigung, dass wir alle auch in solchen Zeiten gutes und entscheidendes bewirken können!

 
 

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