Verbotene Straßen im Barnim oder wie der Tourismus entwickelt wird

Veröffentlicht am 28.02.2005 in Verkehr

Auch im Barnim wurden in den letzten 15 Jahren Straßen aller Art saniert, komplett erneuert und auch neu gebaut. Fördermittel wurden „angezapft“ und so entstanden z.B. im Altkreis Eberswalde auch neue örtliche Straßen, deren Bedarf anfangs energisch gefordert und gefördert wurde, die aber dann nach Fertigstellung scheinbar überflüssig waren, denn nach kurzer Zeit säumten Verbotsschilder diese mit Fördermitteln errichteten Straßen bzw. grenzten die zulässigen Benutzer auf eine kleine exklusive Gruppe ein oder es wurden nachträglich Umweltgründe entdeckt, die dann eine Nutzung als Straße nicht mehr oder nur sehr beschränkt zuließen.

So war es nur verständlich, dass Gemeinden bzw. Ortsteile durch eine ordentliche Straße verbunden werden wollten, besonders wenn diese dann den Tourismus fördern soll.
Da erhielten die Schorfheide-Ortsteile Altenhof und Eichhorst eine schmale, aber feine Verbindungsstraße und schon konnte man auf kurzem Weg von einem Ort zum anderen fahren. Die Wegstrecke verkürzte sich von ca. 20 auf etwa 5 km.
Auf einmal säumten Fahrverbotsschilder dieses Mustersträßle aus Bitumen und Betonpflaster (die beiden Autos, die auf dieser Straße vor einiger Zeit karambolierten, waren beide nicht nutzungsberechtigt, wie die MOZ berichtete.)
Ortsfremde wurden wieder auf die leistungsfähigen und ausgebauten Umgehungsstraßen (1 Landesstraße, 2 Bundesstraßen und 1 Autobahn) umgeleitet. Immerhin dürfen Ortsfremde die asphaltierte Ortsverbindung mit dem Fahrrad benutzen. Das ist immerhin schon etwas, wie wir noch erfahren werden.

Nun vom Werbellin zum Parsteinsee: Dort passierte wohl ähnliches. Als ein kaum noch benutzbarer Sandweg als örtliche Fahrstraße ausgebaut wurde, musste diese anschließend gleich gesperrt werden, weil man einen Krötenwanderweg übersehen hatte. Inzwischen hat man diese Straße wohl wieder zeitweise geöffnet, weil umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen oder ähnliches gezeigt haben, dass diese Tiere ihren uralten Wanderweg nicht täglich und rund um die Uhr benutzen. Außerdem bekommt man solche Probleme mit Zäunen, Sammelstellen und eifrigen ehrenamtlichen Helfern in den Griff.
Mich interessiert das alles kaum, weil ich einen Hund habe, der zwar keine Kröten anrührt, aber überall mit mir will, und das geht nun mal im Bereich Parsteinsee nicht. Das Hundeverbot ist dort wohl flächendeckend.

Und nun tobt an anderer Stelle ein neuer Streit: Um nicht noch einmal eine Straße auszubauen und sie anschließend wieder sperren zu müssen, wird der „Volkszorn“ über die Leserbriefseite der MOZ in Bewegung gesetzt. Dieser entfesselte „Volkszorn“ will uns nun beweisen, dass eine vorhandene direkte Verbindungsstraße zwischen zwei Städten (Quatsch: eine davon ist nur noch ein ungeliebter Ortsteil unserer Kreisstadt) nicht nur völlig überflüssig, sondern im höchsten Grade gefährlich bzw. umweltgefährdend ist. Aus den Leserbriefen dieses entfesselten „Volkszorns“ erfährt man viel Interessantes über die Geschichte dieser Straße und warum diese so überflüssig ist, weil ja so leistungsfähige Umgehungsstraßen vorhanden sind; anschließend alle Lkw von der Autobahn abbiegen, um dann diese Straße zur Mautersparnis zu nutzen und viele, viele andere Gründe.

Immerhin hat ein Beigeordneter der Kreisstadt mit der öffentlichen Bemerkung Öl ins Feuer gegossen, dass er eine Straße wünscht, auf der sich LKW mit 80 km/h begegnen können.
Wozu das, will er extra bei Herrn Verkehrminister Stolpe eine Sondergenehmigung zur Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von LKW auf dieser Straße beantragen? Wenn der Begriff LKW fällt, geht man im allgemeinen davon aus, dass nicht die Kleinen bzw. Jeeps gemeint sind, denn Brummis ab einer bestimmten Tonnage dürfen lt. StVO nur auf Autobahnen die erwähnten 80 „Sachen“ fahren, auch wenn die meisten Brummifahrer das nicht so genau wissen und versehentlich doch etwas mehr Gas geben.
Ach so, ich bin jetzt bei der Telekomstraße, die Finow mit Biesenthal (oder muss man nach der „Rechtschreibreform“ Biesental schreiben?): Da zweigt in Biesenthal von der B 2 eine phantastisch ausgebaute Asphaltstraße ab, ca. 7,5 m breit, mit dem Aussehen und den Abmaßen einer Bundesstraße, und führt ins Nichts.
Nein, nicht ins Nichts, sondern zu einem Telekomobjekt, das man seitlich irgendwo im Wald vermuten kann und weiter auf kürzestem Weg nach Finow . Gleich am Straßenbeginn wird jedem potentiellen Verkehrsteinnehmer angezeigt, dass diese Straße erst mal eine Sackgasse ist. Ist erst einmal das Ende der Sackgasse erreicht, geht diese Straße unbeirrt weiter, aber ein neues Verkehrsschild verbietet dann jedermann die Fahrt, natürlich mit der Ausnahme für Telekom. Nach dem Abzweig zum Telekomobjekt irgendwo im Wald wird es Ernst. Das Verkehrschild Nr.... „roter Außenkreis auf weißem Untergrund“ verbietet ausnahmslos eine Weiterfahrt mit jedem Verkehrsmittel. Ausnahmen gelten nur für Damwild, Waschbären, Marderhunde und sonstigem einheimischen Wild sowie für Mitbürger, die sich in Verkehrszeichen nicht auskennen. Nach Erreichen einer mit Beton-Fertigteilmauer umgebenen Ruinenlandschaft, die uns die ehemalige, schon damals liquidierte Firma CA 1994 hinterlassen hat (für Jüngere und Fremde: Cowjetckaja Armi:ja), beginnt das Unheil.
Aus der schönen Straße wird ein eigentlich unbefahrbarer Holperweg aus einer Aneinanderreihung von teils sehr großen Löchern, Beton- und Asphaltresten, gesäumt von abgestorbenen Bäumen; ich glaube, es waren mal Pappeln. Frage: Wer hat das eigentlich bezahlt, das Aufreißen einer Straße? Wurden auch hier wieder Fördermittel eingesetzt?
Hat man nach etwa 2 km diesen Horrorweg hinter sich gebracht, ist das Schlimmste überwunden. Eine schmale asphaltierte Straße, die sich ohne Randbegrenzung ca. 10-20 cm über das Geländeniveau erhebt, leider mit einigen Löchern versehen, die mehrere Winter und Autofahrer ohne Kenntnis der StVO und deren Schilder verursacht haben, geht dann munter an verschiedenen landschaftlichen Höhepunkten vorbei wie tonnenförmigen Gebilden mit großen Toren und St-Betondecken von etwa 1,20 m Stärke, die sich schlicht und unauffällig der Landschaft anpassen und einer quer verlaufenden Betonpiste von der Breite einer dreispurigen Autobahn, die sich nach ca. 3,5 km Richtung Finowfurt in altem Militärschrott verliert.
Wir haben den eigentlichen Stein des Anstoßes, den Flugplatz Finow erreicht und sind dann schon am Finower Friedhof.
Ja, bis zum Finower Friedhof geht diese Straßensperrung, wenn man einem neuen ADAC-Atlas für NO-Brandenburg mit Stadtplan-Genauigkeit (M: 1: 20 000) glauben soll.
Das ist zwar doppelter Hinsicht falsch, weil dieser Atlas, sicher auch für eventuelle Touristen gedacht, nur eine Sperrung für Kraftfahrzeuge angibt, tatsächlich gilt diese für alle Fahrzeuge und außerdem gilt diese Sperrung nicht bis weit in die Biesenthaler Straße hinein, sogar die Straße am Flugplatz ist bis jetzt noch frei.

Wer annimmt, dass diese Angaben bewusst ungenau dem Verlag zugearbeitet wurden, liegt bestimmt nicht falsch.

Ein Vorschlag für den „Volkszorn“: Antragstellung für eine neue Verkehrsregelung der Biesenthaler Straße mit dem Ziel, in Höhe der Sparkasse ein Fahrverbotsschild -frei für Anlieger und Friedhofbesucher- aufzustellen und dann mittels Leserbriefseite der MOZ den gesammelten „Volkszorn“ auf den Rest der Bevölkerung einzuschlagen.

Kleiner Nachtrag: Warum wird die Telekomstraße trotz ihres teilweise desolaten Zustands und der Verbote noch eifrig befahren? Und das nicht nur von Jeeps!
Als ich Pfingstsonntag 2004 mit Fahrrad und Hund diese Straße komplett befuhr, wurde ich auf dem Rückweg von Biesenthal von nur 6 Pkw überholt. Auf der Hinfahrt waren es noch weniger. Dafür hatte sich eine Motorradkarawane auf der Straße zu einer Ruhepause niedergelassen.
Sie waren aber freundlich und wir durften ihre Harleys und BMW’s bewundern.
Der RBB zeigte letztens die Vision einer verschwundenen Straße (einer entwidmeten Straße- ich glaube, solche Ausdrücke können wohl nur verbeamtete Juristen erfinden).
Was haben wir, was hat unsere Region dann gewonnen?

Karl-Heinz Schulz (SPD-Finow)

 
 

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