SPD-Veranstaltung zu neuen Entwicklungen beim Flugplatz Finow und zur Verkehrsinfrastruktur

Veröffentlicht am 03.10.2006 in Kommunalpolitik

Am 26.09.06 hatte der SPD-Ortsverein Finow turnusgemäß einen öffentlichen Informations- und Diskussionsabend über neue Entwicklungen beim Flugplatz Finow und zur umliegenden Verkehrsinfrastruktur organisiert. Als Gäste waren die beiden Geschäftsführer des Verkehrslandeplatzes Finow, Reinhard Otto (Wirtschafts-Verkehrs-Zentrum Finow GmbH & Co. KG), und Reinhard Wolk (Finow Tower GmbH) sowie der Eberswalder SPD-Bürgermeisterkandidat Thomas Engel, eingeladen. Von Gegnern des Flugplatzes wurde die Veranstaltung nicht wahrgenommen, so dass keine kontroversen Diskussionen zustande kamen.

Der WVZ-Geschäftsführer erläuterte in seinem Bericht, dass der Verkehrslandeplatz Finow ein im Aufbau befindlicher Regionalflughafen ist, der eine Fläche von 340 ha aufweist (240 ha Flugbetrieb, 100 ha Logistik und Gewerbe). Der derzeit jährliche Bedarf liegt bei 200.000 Passagieren. Avisiert wird eine Tonnageerhöhung auf 85 Tonnen Startlast. Dies entspricht dem Gewicht einer Boeing 737. Zwei auf dem Gelände befindliche Luftfahrtunternehmen nutzen die Vorteile des aufgrund der bestehenden Betriebsgenehmigung möglichen 24-Std-Betriebs sowohl für Organtransporte als auch für Arbeitsflüge in den Bereichen Vermessung und Umwelt-Überwachung. Reinhard Otto prognostiziert für die nächsten zehn Jahre ein Aufkommen von 1 Mio. Passagieren pro Jahr. Dies würde 20 Starts und Landungen von Linienflugzeugen am Tag entsprechen. Aufgrund der europatypischen Entfernungen über wenige Zeitzonen ergäbe sich hieraus kein planmäßiger Nachtflugbedarf zwischen 00.00 Uhr und 05.00 Uhr.

Otto betonte, dass der Flugplatz Finow in Zukunft einen großen Nutzen für die Barnimer Region und das Land Brandenburg bringen wird. Deshalb wurde er auch als Schwerpunktprojekt der Stadt Eberswalde ausgewiesen. Zudem sei er als einziger Flugplatz Deutschlands im Europäischen Kooperationsprojekt EUROPLANE und gleichzeitig im europäischen Wirtschafts- und Verkehrskonzept European Airlink Ass. vertreten.

Der WVZ-Geschäftsführer führte weiter aus, dass das Raumordnungsverfahren zur Flugplatzentwicklung am 23. März 2006 eröffnet wurde. Vor einigen Wochen hatte sich das Berliner Abgeordnetenhaus gegen den Ausbau des Flugplatz Finow ausgesprochen, weil befürchtet wurde, dass eine Konkurrenzsituation entsteht, die sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg-International auswirken könnte. Dieser Beschluss verstoße gegen das Europäische Wettbewerbsrecht und sei für die Planungen deshalb irrelevant, weil der Berliner Senat nicht daran gebunden sei. Die Gefahr, dass eine Konkurrenzsituation mit dem BBI entstehen könnte, basiert vielmehr auf falschen Annahmen. Die Bundesländer Berlin und Brandenburg haben eine gemeinsame Landesplanung. Dienstherren seien allein der Berliner Senat und das Brandenburgische Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung. Mitte nächsten Jahres wird diesbezüglich mit einem positiven Abschluss des Raumordnungsverfahren gerechnet. Im Anschluss daran könnte das Planfeststellungsverfahren beginnen.

Reinhard Otto unterstrich, dass beim Flughafen BBI für die Schaffung eines jeden neuen Arbeitsplatzes etwa 50.000 Euro investiert werden sollen, während beim Flugplatz Finow dafür kein einziger Euro an öffentlichen Fördermitteln aufgebracht werden müsste. Auch in Zukunft sei der Verkehrslandeplatz Finow im Laufe seiner Entwicklung nicht auf öffentliche Gelder angewiesen. Bei einem jährlichen Verkehrsaufkommen von 1 Mio. Passagieren könnten etwa 500 Arbeitsplätze am Flugplatz direkt und zusätzlich das 3fache davon in der Region nachhaltig geschaffen werden. Weniger Erwerbslose durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze würde für die sozialen Leistungen geringere Aufwendungen aus den öffentlichen Kassen bedeuten. Weitere Vorteilswirkungen für die Region wären zusätzliche Einnahmen durch Unternehmenssteuern.

Aus dem Publikum kam die Frage, ob die Gleisanbindung des Flugplatzes sinnvoll und technisch möglich wäre. Herr Wolk, Geschäftsführer der Finow Tower GmbH, bejahte dies, räumte jedoch ein, dass dieses Vorhaben nicht prioritär behandelt wird und deshalb auch nicht Gegenstand des laufenden Raumordnungsverfahrens sei. Ein Bedarf dürfte erst bei einem jährlichen Aufkommen von 300.000 Passagieren gegeben sein. Grundvoraussetzung für positive Entwicklungen beim Flugplatz Finow hingegen sei eine gute Verkehrsinfrastruktur. Deshalb sollte eine Verbesserung der Straßeninfrastruktur, so die Anbindung des Flugplatzes an die B 167 und an die A11, zeitnah erfolgen. Vor diesem Hintergrund begrüßte er die Planungsvorschläge der SPD-Finow, den Flugplatz und das Gewerbegebiet in Finowfurt um den Real-Markt an eine ausgebaute Biesenthaler Straße („Telekomstraße“) und damit auch an die zukünftige B 167 anzubinden. Wolk betone ausdrücklich, dass die Flugplatzinfrastruktur und die Planungen aus privaten Mitteln bestritten werden, während die öffentliche Hand die Verkehrsanbindungen Wünschenswerterweise zur Verfügung stellen sollte.

Anschließend meldete sich der SPD-Bürgermeisterkandidat Thomas Engel zu Wort. Engel erklärte, er habe den Eindruck, dass unter den Bürgerinnen und Bürgern die Akzeptanz und das Interesse am Flugplatz Finow wachse. Die Chance auf Schaffung von 2000 Arbeitsplätzen müsse jetzt genutzt werden. Die private Initiative der Flugplatzbetreiber und der auf dem Gelände ansässigen mittelständischen Firmen sollte mit öffentlichen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur tatkräftig unterstützt werden. Ganz besonders hierfür müsse ein Stadt-Umland-Vertrag zustande kommen. Die Stadt Eberswalde und die Gemeinde Schorfheide sollten alsbald gemeinsame Planungsvorbereitungen für den Flugplatz beginnen.

Anfang des nächsten Jahres wird eine weitere Veranstaltung zur Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Landkreis Barnim stattfinden. Als Gast konnte bereits der Staatssekretär im Brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung, Reinhold Dellmann (SPD), gewonnen werden.

SPD-Ortsverein Finow
v.i.S.d.P.: Dr. Andreas Steiner, Pressesprecher

 
 

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