Das neue Alleen(vernichtungs)konzept

Veröffentlicht am 30.06.2007 in Landespolitik
Allee der Zukunft?
Wird dies die Zukunft alter Brandenburger Alleen sein? (Bild einer Alleenfällung in Eberswalde, OT Sommerfelde)

„Strategie 21 für die Alleen in Brandenburg" heißt das neue Konzept des Verkehrsministeriums. Darin heißt es, dass die Brandenburgischen Alleen überaltert und am Ende ihres Lebenszyklus angekommen seien. Wir teilen diese Auffassung nicht. Im Land gibt es Alleen, die sogar mehrere hundert Jahre alt sind. Wenn Alleebäume weichen sollen, lautet das Totschlagargument der Behörden: „Die Bäume sind alt, krank und wir haben eine Verkehrssicherungspflicht".

Positiv an dem neuen Konzept sind die Alleeneubegründungen an noch baumfreien Straßen. Negativ neben dem eingeplanten drastischen Rückgang des Alleenbestandes in den nächsten 20 Jahren vor allem, dass zukünftig weniger der Einzelbaum in den Mittelpunkt gestellt, stattdessen verstärkt ganze Alleenabschnitte neu gepflanzt werden sollen. Das heißt: Lückenhafte Alleen sollen komplett der Kettensäge geopfert und durch junge Bäume ersetzt werden. Eine konsequente Umsetzung der im Sinne der Verkehrs- und Baulobby ausgearbeiteten neuen Strategie würde das Aus für viele alte, vitale Alleen bedeuten.

Zudem wird das innerhalb der nächsten 80 Jahre geforderte komplette Auswechseln des Alleenbestandes im Land den naturschutzfachlichen und landschaftskulturellen Zielen nicht gerecht. Denn nicht „streichholzdünne Bäumchen" an den Straßen, sondern die alten stattlichen Alleebäume sind das Markenzeichen Brandenburgs. Aufgrund ihres ökologischen und ästhetischen Wertes sowie mit Blick auf den Klimaschutz sind sie nicht ersetzbar.

Derzeit prüft das Infrastrukturministerium, ob und inwieweit Landesgesetze geändert werden müssen, um diese neue Strategie auch rechtlich zu untermauern. Faktisch geht es darum, den Alleenrunderlass „Nachhaltige und verkehrsgerechte Sicherung der Alleen in Brandenburg" auszuhöhlen, der Bezug nimmt auf den § 31 des BbgNatSchG „Alleen dürfen nicht beseitigt, zerstört, beschädigt oder sonst erheblich oder nachhaltig beeinträchtigt werden". Einer Kapitulation vor der politischen Realität: Seit dem Inkrafttreten dieses Runderlasses kommt man mit Lückenpflanzungen nicht nach und die Begutachtung und Pflege alter Alleebäume bedeuten einen erhöhten zeitlichen und finanziellen Aufwand. Für den Erhalt unserer wertvollen alten Alleen wird im Landeshaushalt einfach zu wenig Geld eingestellt.

Es liegt in der Pflicht des Landes Brandenburg, seine alten Alleen als kulturelles Erbe nach bestem Wissen und Gewissen zu pflegen, gleichsam den Einsatz von baumschädlichen Tausalz drastisch zu verringern und im Sinne des regionalen Natur- und Umweltschutzes EU-Fördermittel für den Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft effektiv einzuwerben.

Wir fordern, dass entstandene Lücken in den Baumreihen konsequent und zeitnah nachgepflanzt werden. Nach einigen Jahren würden die jungen Bäume diese Bereiche auffüllen und eine nach optischen Gesichtspunkten harmonische Alleenstruktur erschaffen. Die im Konzept angestrebte ausgeglichene Altersstruktur, die man bei der Begründung neuer Alleenabschnitte durch gleichaltrige Jungbäume erreichen will, ist ohnehin eine rein theoretische Überlegung. Denn auch in den Jahrzehnten des Aufwachsens gleichaltriger Jungbäume wird es immer wieder Baumausfälle geben, die ersetzt werden müssen. Etliche andere Fragen sind noch offen, z.B. mit welchen Baumarten, mit welchem Abstand zum Fahrbahnrand und an welchen Straßen auf sinnvolle Weise neue Alleen begründet werden könnten.

Fazit: Das neue Brandenburgische Alleenkonzept ist mit heißer Nadel gestrickt. Doch im Juli soll es bereits dem Kabinett vorgestellt und im September schon in den Landtag gehen. Daher ist Eile geboten: Alle Baum- und Alleenexperten sind dringend aufgerufen, ihren Sachverstand einzubringen und möglichst in einer konzertierten Aktion eine grundlegende Überarbeitung des Alleenkonzeptes einzufordern.

Dr. Andreas Steiner und Dr. Elvira Kirschstein
Barnimer Baumschutzstammtisch

 
 

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