Schule in Brandenburg weiter verbessern

Veröffentlicht am 10.11.2006 in Bildung

Potsdam – Die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU werden in die nächste Landtagssitzung (22. / 23. November) vier Anträge zur Bildungspolitik einbringen. Die Bildungsexperten Klara Geywitz (SPD) und Ingo Senftleben (CDU) stellten sie heute gemeinsam der Presse vor. Geywitz: "Schule in Brandenburg muss noch besser werden. Unsere Anträge werden dazu einen guten Beitrag leisten". Senftleben: "Wir sind mit dem klaren Ziel angetreten, mehr für die Bildung unserer Kinder zu tun. Deshalb ist und bleibt der Bereich ein Kernthema der Koalition." Die Anträge wurden gemeinsam erarbeitet. Auch daran sei klar erkennbar, so Geywitz und Senftleben, "dass die Koalition problemlos und entspannt zusammenarbeitet".

Alle Anträge dienen einer Qualitätsverbesserung der Schulen und des Unterrichts. Jeweils bis Mitte kommenden Jahres soll die Landesregierung entsprechende Konzepte vorlegen. Es geht dabei um

1. die Verkürzung der Gesamtausbildungszeit für Lehrkräfte durch die Anrechnung von Praktikazeiten an Schulen. Dadurch soll der Vorbereitungsdienst (Referendarzeit) von 24 auf bis zu 12 Monate reduziert werden. Im internationalen Vergleich liegt die Lehrerausbildung in Deutschland weit über dem Durchschnitt.

2. die Einführung einer Ausbildung von Lehrkräften für Berufsschulen. Hintergrund ist der ab 2010/11 drohende erhebliche Lehrermangel; er ergibt sich zwangsläufig durch das systematische Ausscheiden älterer Lehrkräfte. Derzeit sind etwa 1.330 Berufsschullehrer der insgesamt 2.800 Lehrer an Oberstufenzentren zwischen 50 und 65 Jahren. Parallel entsteht ein hoher Fachkräftebedarf bei den brandenburgischen Unternehmen. Geprüft werden soll u. a. die berufsbegleitende Qualifizierung von Seiteneinsteigern.

3.
die spezielle Förderung von Schülern, deren Versetzung oder Schulabschluss gefährdet ist. Die Wiederholerquote lag in Brandenburg z. B. im Schuljahr 2005/06 bei 3,6 % in den Schulen der Sekundarstufe I. Sie soll durch Beseitigung von Leistungsschwächen und Erhöhung von Lernmotivation deutlich gesenkt werden. Bisherige Maßnahmen soll die Landesregierung darstellen. Insbesondere soll die Möglichkeit individueller Förderung in den Fächern Deutsch, Mathematik und 1. Fremdsprache geprüft werden. Als ein Beispiel könne das in Bremen mit Erfolg praktizierte Modell von Ostercamps, das in den Osterferien auf freiwilliger Basis Förderunterricht anbietet, dienen.

4. ein Gesamtkonzept "verlässliche Schule Brandenburg" zur Absicherung von Fachunterricht, falls ein Lehrer – z. B. aufgrund Erkrankung – ausfällt. Die Vertretungsreserve soll bei mindestens drei Prozent des Fachunterrichts festgeschrieben werden. Die Schulen sollen ein eigenes Budget zur Absicherung der Fachvertretung erhalten. Bereits durch relativ einfache schulorganisatorische Maßnahmen könnte nach Ansicht der Koalitionsfraktionen Fachunterricht abgesichert werden. Der Ausfall von Fachunterricht beträgt derzeit in Brandenburg etwa 3 Prozent.

Klara Geywitz: "Bildung hat für uns Priorität. An vielen Stellschrauben müssen wir arbeiten, immer wieder auf neue Entwicklungen reagieren. Diese vier Anträge sind dazu ein wichtiger Beitrag. Was wir keinesfalls wollen: Ständige Systemwechsel. In das Schulwesen muss Ruhe kommen. Kinder sind kein Experimentierfeld – ebenso wenig wie Eltern oder Lehrer.

Und: Wir müssen die Verbindung Kita – Schule – Hort verbessern. Bisher sehen sich häufig – das ist örtlich aber sehr unterschiedlich - alle drei Bereiche als Einzelkämpfer. Sie müssen viel stärker in sich verschränkt zusammen wirken. Dafür gibt es unsere Kampagne ´Kita + Schule` mit schon guten Beispielen für Kooperationsverträge von Kita und Grundschule. Zur Bildung gehört auch die Verbindung zur Wirtschaft, deshalb unsere Aktion ´Schule + Wirtschaft`".

Ingo Senftleben: "Wenn Schüler, Lehrer, Eltern und die Politik entschlossen am Ziel arbeiten, Brandenburg ins vordere Drittel der deutschen Bundesländer zu bringen, können wir das auch erreichen. Deshalb haben unsere Anträge eine klare Richtung: nachhaltige Absicherung des Fachunterrichts und konsequente Förderung der Leistungsschwachen für mehr Chancengerechtigkeit.

Die Anträge folgen der von der Koalition im Jahr 1999 begonnenen Bildungsoffensive zu mehr Qualität und Leistungsorientierung. Mit dem neuen Schulgesetz schaffen wir bessere Chancen für jedes Kind."

 
 

 

 

Daniel Kurth (MdL)

Britta Strak (MdL)

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